Vermögen gezielt aufzubauen ist die erste, für die meisten Menschen größte Hürde. Die Arbeit mit dem Kapital hört da aber nicht auf, ganz im Gegenteil. Ist erst einmal ein einigermaßen stattliches Vermögen vorhanden, gilt es dieses zugleich vor Wertverlusten zu schützen. Eine diversifizierte Vermögensstrukturierung kann dabei helfen und bietet zugleich Absicherung für die Zukunft.
Auf den kontinuierlichen Wandel reagieren
Mindestens finanziell gebildeten Menschen dürfte bewusst sein, dass sich unverzinstes und nicht investiertes Geld nicht nur nicht vermehrt, sondern effektiv jedes Jahr weniger wird. Das ist der Inflation zu schulden, wodurch die identische Summe an Kapital Jahr für Jahr weiter an effektiver Kaufkraft verliert. Dem gilt es gegenzusteuern. Selbst wenn die risikobehaftete Vermögensvermehrung nicht das Hauptziel ist, so möchten auch vermögende Personen mindestens ihre Kaufkraft erhalten. Die erzielte Rendite des Kapitals muss also mindestens identisch zur Inflationsrate sein, aufgrund von Steuereffekten
Dabei gilt es die individuellen Umstände des Heimatmarktes und der heimischen Währung zu beachten. Während in der Schweiz aktuell beispielsweise sogar eine Deflation gefürchtet wird, bewegt sich die Inflationsrate in Deutschland leicht über dem anvisierten Optimalwert der Europäischen Zentralbank. Beide Länder wiederum waren zuletzt zudem stark vom Wertverfall des US-Dollars betroffen, was auf der Gegenseite zu einer Stärkung vom Schweizer Franken und Euro führte. mitunter sogar etwas höher.
Vermögen entsprechend der eigenen Risikotoleranz allokieren
Vermögen lässt sich eigenständig verwalten, mit einer professionellen Vermögensberatung gibt es aber noch eine weitere Alternative. Die könnte speziell für größere Vermögen in Frage kommen, aber auch schlicht dann, wenn nicht genügend Wissen im Hinblick auf Vermögensstrukturen vorliegt.
Unabhängig davon, ob das Vermögen in Eigenregie oder professionell allokiert wird, fußt eine umsichtige Vermögensstruktur immer auf drei Säulen:
– Diversifikation
– Liquidität und Flexibilität
– Risikomanagement
Diese drei Säulen stehen immer im Fokus, unabhängig von der exakten Höhe des Kapitals oder der Heimatwährung. Diversifikation meint die effektive Streuung der eigenen Kapitalanlagen. Solch eine Streuung kann beispielsweise über verschiedene Märkte, allen voran aber über unterschiedliche Anlageklassen erfolgen. Investiert wird also beispielsweise nicht «nur» in Aktien, sondern auch noch in Anleihen, Rohstoffe oder mitunter Immobilien.
Aus der Verteilung des Kapitals auf verschiedene Anlageklassen ergibt sich wiederum das individuelle Risikomanagement. An den Kapitalmärkten gilt gemeinhin diese Regel: Je höher das Risiko, desto höher auch die Renditechancen. Ebenso steigt mit dem Risiko aber auch die Wahrscheinlichkeit und Höhe von Verlusten, sofern sich das theoretische Risiko in der Praxis manifestiert. Wie viel Risiko übernommen wird, ist maßgeblich von der eigenen Risikotoleranz abhängig. Ebenso sollte das Lebensalter eine Schlüsselrolle spielen, speziell auch hinsichtlich der Liquidität: Im fortgeschrittenen Alter stehen eher sicherere und liquide Vermögensstrukturen im Fokus, beispielsweise durch eine höhere Gewichtung von Anleihen mit hohem Rating.
Steuerliche Aspekte gehören ebenfalls berücksichtigt
Steuern drücken die effektive Rendite. Optimierungspotenzial gibt es hinsichtlich der Steuerlast aber genügend. Das gilt es zu entschlüsseln, insbesondere für größere Vermögen. Legale Steueroptimierungen sind für Laien und Privatpersonen oftmals schwer umzusetzen, an dieser Stelle können professionelle Dienstleister und Vermögensverwalter ebenso unter die Arme greifen. Spätestens im hohen Alter ist zudem abschließend noch an Punkte wie Erbschaften zu denken.